Almwirtschaft und Transhumanz

Transhumanz: Südtirols typische Wanderweidewirtschaft im Rhythmus der Jahreszeiten.

Im Sommer ist die Arbeit am Hof am intensivsten. Man bringt Kühe, Schafe und Pferde auf die Almen, um das geerntete Heu gänzlich für den Winter einlagern zu können. Je nach Gegend gehören die Almen den einzelnen Bauern oder einer bäuerlichen Genossenschaft. Manche Bauern schicken nur das "Galtvieh", also Kälber und trächtige Kühe, welche keine Milch liefern, mit einem Hüterbub auf die eigene Alm. Die Milchkühe behält man im Stall.

Auf die Genossenschaftsalmen, die es vor allem im Vinschgau gibt, werden auch die Milchkühe aufgetrieben. Hirte, Senner und Melker werden mit auf die Alm geschickt und kümmern sich um die Verarbeitung der Milch. Der so entstandene Almkäse wird dann am Ende des Sommers an die Bauern verteilt.

Viele Almen sind auch für Besucher geöffnet und bieten eigene Produkte zur Verkostung an. Aufgetischt werden einfache Gerichte wie Kaiserschmarrn, Knödel oder "Melchermuas". Der eigene Grau- und Almkäse sowie Speck und Schüttelbrot runden das Angebot ab.

Die Schafe verbringen den ganzen Sommer in den Bergen. Sie streifen in der Herde meist ohne Aufsicht umher und wagen sich auch in hochalpine Bereiche vor. Dabei werden alte Weiderechte genutzt, die oft seit Jahrhunderten bestehen. Manche Traditionen, wie etwa die Transhumanz,sind noch älter. Diese Art der Wanderweidewirtschaft wird seit Jahrtausenden gepflegt. Ein Beispiel hierfür ist der spektakuläre Schafübertrieb im Schnalstal, der auch heute noch jedes Jahr stattfindet. 3.500 Schafe werden im Frühjahr auf die Sommerweiden im österreichischen Venter Tal geführt. Mitte September kehren die Tiere mit den Hirten in einem beschwerlichen 2-Tages Marsch über die Gletscher wieder ins Schnalstal zurück. ​Von Anfang September bis Anfang Oktober ist die Zeit der Almabtriebe. Die Tiere werden bunt geschmückt und wieder ins Tal zurückgetrieben. Oft findet auch ein Dankfest statt, dass Mensch und Tier wieder heil zurückgekehrt sind.