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Der Aussteiger

Philipp Thoma ist gelernter Tischler und Verkäufer. Jetzt hütet er Hennen am steilen Nördersberg. In die Stadt zurück? Niemals.

Eigentlich ist Philipp in Prad, unten im Talboden aufgewachsen. Dass er einmal hoch oben über Tschengls und dem Obervinschgau auf einem einsamen Hof landen würde, hätte er auch nicht gedacht.

Weit, weit weg

Philipp und seine Frau Alexandra wollten nach vielen Jahren in der Stadt endlich einen Hof. Einen Hof, einsam, irgendwo im Nichts. Ihr altes Leben ließen sie hinter sich, ihre Jobs im Biomarkt, die Urlaube, ihre Freizeit. Manche hielten sie für ein wenig verrückt. Philipp kaufte eine alte, vermorschte Hofstelle mit steilen Wiesen, undurchdringlichem Wald und kaum Sonne im Winter. Den beiden gefiel es. Sohn Josef fühlte sich frei und gleich heimisch.

Auf dem eigenen Grund stehen, über das Tal blicken, die weißen Gipfel ringsum betrachten, an das laute Treiben im Tal unten denken, aber nichts hören. Absolut nichts. „Das gefiel mir am meisten. Diese Stille, die Ungezwungenheit und die Möglichkeit, zu tun und zu lassen, was man will.“

Philipp, Alexandra und die Hühner

Von Anfang an war den beiden Quereinsteigern klar, dass sie vom Hof leben wollten. Also brauchte es eine gute Einnahmequelle, eine Idee. Philipp machte sich kundig, lernte und fing dann einfach an: 300 Hühner kamen auf den Hof, später noch einmal so viele. Sie wollten Bio-Eier verkaufen – von glücklichen Hühnern.

Aller Anfang war schwer. Nun, nach sechs Jahren, gibt es die Eier vom Psegghof fast in ganz Südtirol zu kaufen und in verschiedenen Hotels zu genießen. Bald gründete Philipp eine Genossenschaft, zwei Nachbarhöfe stiegen mit ein. Für die Verpackung, Vermarktung und Lieferung ist er zuständig. „Das machen die meisten Bauern nicht so gern“, sagt Philipp.

Tiere überall

Philipp und Alexandra liegen Zukunftsfähigkeit und Kreislaufwirtschaft am Herzen, das spürt man. Das Wohl ihrer Tiere und die Natur sind die Grundlagen ihrer Arbeit. Am Hof hüpfen die kleinen Lämmchen um den neuen Riesenwelpen auf der Terrasse herum. Hier gehören alle zur Familie: Wollschweine, Laufenten, Katzen, Schafe, Hühner.

„Wir halten nur Zweinutzungshühner und unsere Rasse muss eine gewisse Widerstandskraft haben. Wir haben hier Habichte und Füchse. Also brauchen wir Hühner, die aufmerksam sind,“ erzählt Philipp im Stall.

Hartes Ei, weiches Ei, Spiegelei

Und wie isst du das Ei am liebsten?

Ich mag das Ei am liebsten weich gekocht. Die Farbe, die Cremigkeit, der Geschmack – es gibt große Unterschiede. Manchmal machen wir auch eine Blindverkostung zu Hause. Meine Frau hingegen mag die Eier am liebsten im selbst gemachten Eierlikör. Sie sagt, nach einem anstrengenden Tag gibt ein Stamperl wieder Kraft. Das wussten die Bauersleute früher schon.

Wie erkennt man, ob das Ei frisch ist?

Ein frisches Ei sinkt im Wasser zu Boden. Ältere stellen sich im Wasser auf, weil sich mehr Luft darin befindet. Beim Schälen von hart gekochten Eiern merkt man das auch sofort: Frische Eier lassen sich nicht gut schälen, egal ob abgeschreckt oder nicht.
 

Text: Karin Heinisch
Fotos: Armin Huber