Wollverarbeitung

Südtirols Schafe geben ihr Bestes

Seit Jahrtausenden wird in den Alpen Schafzucht betrieben. In Südtirol werden etwa 45.000 Schafe gehalten, wobei das Tiroler Bergschaf und das ihm nah verwandte Schwarzbraune Bergschaf am weitesten verbreitet sind. In einigen Dolomitentälern ist zudem das weiße Villnösser Schaf anzutreffen. Typisch sind die schwarzen Farbzeichnungen um Augen und Ohren, weshalb es auch oft Brillenschaf genannt wird.

Wollgewinnung
Bei der Schafschur wird das hochwertige Wollvlies gewonnen, das aus dem lose zusammenhängenden Deckhaar der Schafe besteht. Dieses wird gewaschen, wobei der natürliche Fettgehalt, das Lanolin bewahrt wird, weshalb Feuchtigkeit an Wolle abperlt. Danach wird die Rohwolle gekämmt, im Fachjargon "kardiert", um dann zu einem Faden gesponnen zu werden. Dieser wird dann durch Stricken oder Weben zu einem Wollstoff weiterverarbeitet.

Filz
Bei der Filztechnik werden die Wollhaare mit warmem Wasser und Seife behandelt und über den mechanischen Druck des Walkens zu einem festen Stoff verbunden.Filzstoff wird in Südtirol gerne für die warmen Winter-Pantoffeln, die "Patschen" oder "Toppar" verwendet.

Loden
Loden, auch Walkstoff genannt, wird zunächst gewebt und erst anschließend gewalkt. Trachtenjacken, "Joppen" genannt, Mäntel und andere Kleidungsstücke werden aus dem festen und wasserabweisenden Lodenstoff hergestellt.Strickwaren: Der "Sarner Jangger" aus dem Sarntal ist eine Trachtenjacke, die sehr eng gestrickt wird, wodurch sie besonders wärmt. Charakteristisch sind der Saum in einer leuchtenden Farbe und die Hirschhornknöpfe.