Sprachen in Südtirol: Deutsch, Italienisch und Ladinisch

Deutsche, Italiener, Ladiner leben in Südtirol. Bürger und Bauern unterhalten sich im Alltag in über 40 Dialekten, die den südbairischen Mundarten zugerechnet werden. Italienisch wird am häufigsten in Südtirols Hauptstadt Bozen, Meran und im Süden des Landes gesprochen. Südtirols "Ursprache" aber ist das über 1.000 Jahre alte Ladinisch, das noch bei 18.000 Menschen im Gadertal und in Gröden lebendig ist. Alle drei Sprachgruppen in Südtirol haben ihre Bräuche und Geschichten. Mit der Zeit aber wurden ihre Sprachen und Kulturen durchlässig und es entstand eine einmalige Südtiroler Lebensart. 

Interessante Zahlen und Fakten zum Thema Sprachen in Südtirol:

  • In Südtirol sind 70% der Bevölkerung deutscher, 25% italienischer und 5% ladinischer Muttersprache.
  • Das Ladinische, eine rätoromanische Sprache, wird noch in den Dolomitentälern Gröden und Alta Badia gesprochen.
  • Das Schulsystem in Südtirol ist nach Sprachen getrennt. Deutsch bzw. Italienisch wird als erste Fremdsprache unterrichtet. In den ladinischen Tälern erfolgt der Unterricht in allen drei Sprachen.
  • 98% der Italiener und Italienerinnen leben in den Städten. 72% der deutschsprachigen Bevölkerung lebt auf dem Land. 87% der Ladiner leben in Gröden und im Gadertal.
  • In der Gemeinde Martell sind 100% der Menschen der deutschen Sprachgruppe zugehörig.
  • Bozen ist die Gemeinde mit dem höchsten Anteil der italienischen Sprachgruppe, dieser beträgt über 70%.

Deutsch
Die deutsche Sprachgruppe stellt in Südtirol den größten Anteil dar. Ca. 70% der Südtiroler erklären sich dieser Gruppe zugehörig. Historisch gesehen ist die weite Verbreitung der deutschen Sprache auf die germanischen, alemannischen und bairischen Stämme zurückzuführen, die zum Teil im heutigen Südtirol sesshaft waren. Viele Besucher werden die Sprache hier nicht gleich als Deutsch erkennen. Auf den Straßen wird nämlich großteils Südtiroler Dialekt gesprochen, der von der deutschen Standardsprache hörbar abweicht.

Italienisch
Die italienische Sprachgruppe ist mit einem Anteil von 26% die zweitgrößte in Südtirol und kulturhistorisch gesehen die jüngste im Land. Vor allem in der Zeit des Faschismus unter Mussolini wuchs der Anteil der italienischsprachigen Bevölkerung aufgrund der Versuche, das Volk zu „italienisieren“.

Ladinisch
​Mit einem Anteil von weniger als 5% sind die Ladiner die zahlenmäßig kleinste Gruppe Südtirols. Die Sprache an sich ist allerdings die älteste. Ladinisch, auch Rätoromanisch genannt, ist eine neolateinische oder romanische Sprache, die aus Volkslatein und rätischer Ursprache entstanden ist, als im 1. Jahrhundert vor Christus die Römer die Alpen eroberten. Der Großteil der Ladiner wohnt in Gröden oder im Gadertal. Weitere Gebiete, in denen rätoromanische Sprachen gesprochen werden, sind Graubünden in der Schweiz und bestimmte Täler im Trentino.