Ötzi - der Mann aus dem Eis

5300 Jahre alte Gletschermumie, die im Urlaub in Südtirol im Archäologiemuseum in Bozen bewundert werden kann. Sie wurde 1991 auf dem Gletscher im Schnalstal gefunden.

Der Mann war in der Kupferzeit beim Überqueren der Ötztaler Gletscher am Tisenjoch gestorben. Da der Leichnam schon bald von Schnee und Eis bedeckt wurde, blieb er in einzigartiger Weise konserviert. Das deutsche Ehepaar Erika und Helmut Simon entdeckte die Eismumie auf 3.210 m Seehöhe am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen. Bei der Bergung stieß man auf die gesamte Kleidung und Ausrüstung, die "Ötzi", wie der Mann vom Gletscher bald genannt wurde, bei sich trug.

Unzählige Untersuchungen durch internationale Expertenteams machen den Eismann zum bestuntersuchten Menschen weltweit. Der Mann war bei seinem Tod etwa 45 Jahre alt, etwa 1,60 m groß und um die 50 kg schwer. Dabei wurde auch die Todesursache, eine Pfeilwunde im Rücken entdeckt. Offensichtlich war der Mann Opfer eines Gewaltverbrechens geworden.Unerwartet sind auch die 50 Tätowierungen, die wohl medizinischen Zwecken dienten. Der ganze Körper der Mumie kann im Internet aus 12 verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Die Ausrüstung des Eismannes gibt tiefe Einblicke in die Lebenswelt der Kupferzeit. Seine Bekleidung aus Ziegen-, Hirsch- und Bärenfell war den Bedingungen in den Bergen bestens angepasst. Ötzi führte ein Kupferbeil, Dolch, Pfeil und Bogen und eine Art Rucksack mit sich, sowie unzählige Utensilien wie einen Zunderschwamm, ein Netz für die Hasenjagd, Gefäße aus Birkenrinde und Feuersteingeräte.

Heute ist der Eismann mit seinen Beifunden in einer eigenen Abteilung im Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt. Im Archeoparc im Schnalstal bei Meran werden die Lebensumstände des Eismannes rekonstruiert. Besucher erleben Felder und Behausungen, Kochen und Handwerken wie vor 5000 Jahren.