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Vom Lebewesen zum Lebensmittel

Alexander Holzner ist Metzger – und setzt sich mit stressfreiem Schlachten für mehr Tierwohl ein.

Passen dieser ernste Blick und das bedachte Sprechen zu einem Metzger? Alexander Holzner, der den Beruf in jungen Jahren lernte und ihm bis zum Ruhestand nachging, bricht mit vielen Klischees. Auf einem Hocker im Hintergrund liegt aufgeschlagen „Tiere denken“ vom Philosophen Richard David Precht. Ein Buch, das sich mit Tierrechten und den richtigen Umgang mit ihnen beschäftigt.

Schlachtung mit Achtung

„Ich habe mich nicht gut gefühlt“, sagt Holzner, wenn man ihn nach seinem Kerngeschäft fragt.  Irgendwann war für ihn, den Sohn, der das Familiengeschäft weitergeführt hat, klar: So kann es nicht weitergehen. Von Anfang an hat sich Holzner von verschiedenen Veterinären wissenschaftliche Unterstützung geholt, um sein Konzept zu realisieren. Heute gilt er als einer der ersten Metzger, die stressfreie Schlachtungen durchführten. Dabei fährt der Schlachter direkt zum Hof, wo das Schlachtvieh lebt. Das ist keine unbeaufsichtigte private Schlachtung, sondern eine Schlachtung, die nach allen EU-Vorschriften erfolgt, ob bei Tierschutz, Arbeiterschutz, Hygiene oder Professionalität.

Garantierte Sorgfalt

Damit es gelingt, müssen die vorgesehenen Abläufe genau eingehalten werden. Einige Tage vor der Schlachtung bringt Alexander Holzner einen Fangstand zum jeweiligen Hof, eine Art Gerüst, in dem Futter für das Tier liegt, das sich so an die Umgebung gewöhnen kann. Am Tag der Schlachtung wird das Tier wieder hineingelockt und nach der Betäubung in einen angedockten Anhänger gefahren. In der Regel merkt das Tier nicht, was ihm bevorsteht.

Im Gegensatz zu einer konventionellen Schlachtung, ganz zu schweigen vom umständlichen und oft aufreibenden Lebendtransport. Der Stress und die Angst, die bei den Tieren dabei entstehen, seien auch für Laien ersichtlich.

Vor der Schlachtung steht die artgerechte Haltung

Worauf achtest du selbst, wenn du Fleisch einkaufst?
Mir ist es wichtig, wie mit dem Tier umgegangen wird. Die Bauern, die uns beliefern, sind deshalb verpflichtet, ein umfassendes Konzept der artgerechten Haltung einzuhalten, von der Fütterung bis zum freien Auslauf. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir ein fühlendes Lebewesen in unserer Obhut haben.

Was legst du deinen Kunden ans Herz?
Zur Wertschätzung des Fleisches gehört auch eine umfassende Verwertung der Fleischteile. Da ist das Bewusstsein der Konsumenten gefragt. Es gibt nicht nur Rumpsteak, sondern auch andere sehr köstliche Teile, wie Zunge, Herz oder Leber.

Text: Teseo La Marca
Fotos: Armin Huber