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Meraner Kurhaus

In Südtirol zur Jahrhundertwende Treffpunkt illustrer Kurgäste, ist das Jugendstilhaus heute zum Wahrzeichen der Passerstadt avanciert. Der Sissi-Charme schlummert bis heute dort - ganz besonders an langen Ballnächten.

Belle Époque in Meran
Im 19. Jh. entdeckten die ersten Urlauber die reizvolle Landschaft rund um Meran. Als bekannte Ärzte die Stadt aufgrund ihres milden Klimas als Winterkurort empfahlen und die österreichische Kaiserin Sissi mehrmals nach Meran reiste, blühte die Stadt auf. Grandhotels, Villen und Promenaden prägten bald das Stadtbild. Für Künstler und Adelige wurde der "Südbalkon der Monarchie" zu einer beliebten Kuradresse.  

Meisterwerk des Jugendstils - das Kurhaus in Meran
Nur ein angemessenes Gebäude für gesellschaftliche Anlässe fehlte noch. 1874 wurde in Meran ein erstes Kurhaus eröffnet, nach den Plänen von Architekt Josef Czerny errichtet. Im Jahre 1897 wurde die Gasbeleuchtung durch elektrisches Licht ersetzt. Um die Jahrhundertwende kam die östlich gelegene Terrasse dazu und die früheren Lesesäle. Dieser erste Bau entspricht dem heutigen Westflügel des Kurhauses. 1911 wurde ein großer Umbau ins Auge gefasst, der unter der Leitung des Wiener Architekten Friedrich Ohmann (1858-1927) durchgeführt und 1914 abgeschlossen wurde. Es entstand der große Kursaal und die Kuppel, die das Meraner Kurhaus zu einer der schönsten Jugendstilbauten im Alpenraum werden ließen. Friedrich Ohmann hatte bereits den Neubau der Wiener Hofburg und die Schlossbrunnenkolonnaden in Karlsbad geplant und beherrschte die verschiedenen Stile seiner Zeit meisterhaft. Dem Architekten schwebte zunächst ein viel größeres Bauwerk vor. Die Rotunde und der imposante Festsaal waren nur der Auftakt. Doch der erste Weltkrieg unterbrach die Bauarbeiten, weshalb Ohmanns Projekt nie vollendet werden konnte. Das Deckengemälde mit den schwebenden Genien im Kursaal stammt vom Sezessions-Gründungsmitglied Rudolf Jettmar (1869-1939).

Wie wird das Kurhaus heute genutzt?
Heute wird das Meraner Kurhaus für Veranstaltungen, Kongresse und Bälle genutzt. Zu den wichtigsten Terminen gehören die Meraner Musikwochen und das Merano International WineFestival im Herbst.

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