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Juli 2016

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Der Bergbauer

Mut ist ihr gemeinsames Credo. Widerstände überwinden sie. Mit Tochter Magdalena führt Reinhold Messner sechs Museen in Südtirol.

Reinhold Messner treffe ich im Basislager. Das liegt nicht mehr im Himalaya oder in Patagonien. Sein Basislager ist seit 2006 Schloss Sigmundskron bei Bozen, auch Firmian genannt. Dort laufen die Fäden zusammen, dort liegt der, so sagt es Messner selbst, „kreative Motor“ und die Verwaltung seiner sechs Museen. Er trägt ein schwarzes Hemd, wie so oft. Und seine Halskette. Den Stein, ein echter Dzi-Stein, hat Reinhold Messner 1980 in Tibet erworben. „Man trägt den Stein ein Leben lang. Wenn er bricht, stirbt man.“

71 Jahre ist er alt. Ich drücke seine rechte Hand, die sich auf alle Achtausender dieser Welt hinaufgezogen hat. Denke an die Felsen, die er erklettert hat, an die Wüsten und einsamen Landschaften, die er durchzogen hat. Seine Touren und Gipfel klammere ich in diesem Gespräch mit ihm aus. Ich lerne den großen Bergsteiger heute von einer anderen Seite kennen. Vielleicht ist es seine authentischste Seite. 

Sein wahres Ich?

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Er fesselt Menschen weltweit. Er, seine Berge, seine Ideen, seine Museen, seine Geschichten.

Er ist hager, groß ist er nicht. Wenn er jedoch spricht, sich den Raum nimmt, dann wächst er. Sofort. Das spüre ich.

Herr Messner, 1983 haben Sie Schloss Juval gekauft, das ist jetzt dreißig Jahre her. Sich selbst zu versorgen, unabhängig zu sein, war das  Ihr Ziel?
Das war immer wesentlich für mich. Selbstbestimmt zu leben. Aus Juval habe ich ein Modell gemacht, das ich nicht erfunden habe. Ich wollte aus Juval einen Selbstversorgerhof machen, weil ich aus dieser Welt komme. Und weil mich das begeistert. Mittlerweile kann auf Oberortl Urlaub auf dem Bauernhof gemacht werden. Aber wenn heute eine große Krise käme, dann ist auf dem Hof Platz für den Pächter und meine gesamte Großfamilie. Mit meinen Brüdern, ihren Frauen und Kindern sind das gut 50 Personen. So wie früher. Da lebten auf jedem größeren Hof viele Generationen unter einem Dach und es wurde hergestellt, was es zum Leben brauchte: Getreide, Obst, Gemüse, Milch, Fleisch und Holz. Natürlich weiß ich, dass die Idee des Selbstversorgerhofes eine idealistische, vielleicht auch eine romantische ist. Aber der Hof gibt einer Familie zu essen. Er hat eine Versorgungsaufgabe, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

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Juval kann vom lateinischen Namen „Übergang, Joch“ hergeleitet werden. Oder vom rätoromanischen ju-val, was draußen, drunten im Tal bedeutet. Für Messner ist Juval, die Sommerresidenz der Familie, sein „Fluchtschloss“ als die Blicke der Menschen manchmal gar zu eindringlich wurden.

Ihren Traum haben Sie sich erfüllt. Schloss Juval, die Sommerresidenz Ihrer Familie, ist gleichzeitig Museum, dort gibt es auch Höfe und einen Bauernladen. Die Pächter der Höfe auf Juval zahlen Ihnen keine Pacht?
Reinhold Messner. Nein. Sie zahlen mir in Naturalien. Und das ist gut so. Ich brauche kein Einkommen aus den Höfen, ich möchte nur, dass sie funktionieren. Vom Weingut Unterortl auf Juval bekommen wir den Wein. Einen super Wein, der im Gambero Rosso regelmäßig prämiert wird. Wesentlich ist für mich, dass die Bauern selbst überlegen, was sie herstellen wollen, was sie veredeln wollen. Diese Rechnung müssen sie sich machen. Ich möchte vom Bauern nur, dass er eine bestimmte Anzahl an Tieren hält, dass er mäht und die Landschaft pflegt. Dass er sich kümmert. Ich will, dass die Südtiroler Bergbauernkultur weiterlebt.

Auf ihrem Familientisch gibt es also immer ein Stück Juval? 
(lacht). So ist es. Zum Beispiel Yakfleisch oder Speck. Ich muss auch sagen, meine Frau ist sehr fleißig was das Selbstversorgen betrifft. Sie holt sich aus den Gärten um Juval was sie braucht, macht Marmeladen und Gemüse ein. Und wenn wir in Meran sind, denn wir wohnen ja nur in den Sommermonaten Juli und August auf Juval, haben wir immer etwas Gutes auf dem Tisch. Die veredelten Produkte, die in Juval hergestellt werden, kommen natürlich auch im Buschenschank von Juval auf den Teller.

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Es kann nicht sein, dass die Städter den Bauern vorschreiben wie sie leben und arbeiten sollen." Reinhold Messner will, dass die Politiker den Bauern zuhören.

Wir sitzen im Schatten, die Steinmauern von Schloss Sigmundskron umschließen uns, Ruhe und Stille kehrt in uns ein. Im Stein versteckt, manchmal offen exponiert, sehe ich sakrale Figuren und lese Zitatpassagen. Obwohl die Autobahn direkt an der ältesten Burg Südtirols vorbeiführt, höre ich hier nur Vogelgezwitscher, Stimmen der Museumsbesucher und Hubschrauber, die am nahen Bozner Krankenhaus absetzen. Unter seinem dichten grau-weißen Haar blitzen blaue Augen auf. Wenn Reinhold Messner erzählt, holt er aus. Es gibt viel zu sagen, viele Erfahrungen zu teilen. Politisch äußert er sich immer, er will sich einmischen, aufrufen. Er will, dass wir innehalten und nachdenken. Er diskutiert gerne, er weiß viel, am Liebsten aber ist ihm aber das Tun.

Reinhold Messner, Bergsteiger, Politiker, Bergbauer

Reinhold Messner wird 1944 in Villnöss in Südtirol geboren. Mit seinem Vater, dem Dorflehrer, bestieg er schon als Fünfjähriger seinen ersten Dreitausender. Er wächst ins Klettern, ins Gehen, ins Ersteigen rein. Touren bereitet er schon als Jugendlicher gewissenhaft vor. Er unternahm über hundert Reisen in die großen Gebirge und Wüsten der Welt. Ihm gelang die Besteigung aller 14 Achttausender und eine Längsdurchquerung Grönlands.

Von 1994 bis 2004 wirkt Reinhold Messner als EU-Abgeordneter der Grünen Fraktion. Heute widmet sich der vierfache Vater, gemeinsam mit seiner Tochter Magdalena, vor allem seinen Bergmuseen sowie dem Erhalt der Bergbauernkultur. Seine Stiftung (Messner Mountain Foundation) unterstützt Bergvölker weltweit. Als Kommentator im Fernsehen sowie als Vortragsredner ist er bei Alpinisten, Touristikern und Wirtschaftsführern sehr begehrt.

Bergbauer ist seine Berufsbezeichnung. Seit 30 Jahren steht das so in seinem Personalausweis. In einem kleinen, abgelegenen Tal in Südtirol, im Villnösstal, wird Reinhold Messner als Sohn des Dorflehrers groß. Dass die Bauern dort das Sagen hatten, das fasziniert ihn. „Jeder Bauernhof“, so drückt Messner es im Buch "Selbstversorger & Bergbauer" aus, „war ein Staat im Staat, das Sagen hatte der Bauer.“ Ob er deshalb Schloss Juval gekauft habe, frage ich mich. Um endlich ganz Bauer sein zu können?

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„Wie können Menschen gemeinsam überleben“, fragt Reinhold Messner. Schloss Juval ist eine Antwort darauf.

Bei der Fahrt hierher nach Firmian dachte ich mir: 'Zuerst Bergsteiger, jetzt Bergbauer." Ihr Zuhause, Herr Messner, ist seit jeher die Natur, der Berg?
Ich definiere mich mittlerweile in meinem Zustand mehr als Bergbauer denn als Bergsteiger. Ich lebe zwar das Bauernsein nicht mit den alltäglichen Arbeiten. Also ich hacke nicht mehr Holz, dafür fehlt mir die Zeit und ich werde älter. Aber mein Zustand ist der eines Bauern. Ich bin und war immer verbunden mit der bäuerlichen Welt und ich mache mir große Gedanken über die Bergbauern in Südtirol. Die Thematik um den Milchpreis beschäftigt mich sehr. Wenn der Milchpreis unter 0,40 Euro pro Liter runtergeht, können die Bauern in Südtirol nicht mehr auf ihren Höfen bleiben.

Sie sagen es immer wieder: Die Bauern sind essentiell für das Land – für jedes Land.
Absolut. Unsere gepflegte, bearbeitete Kulturlandschaft ist wesentlich für Südtirol. Sie ist entscheidend für das Südtiroler Flair. Die Besiedelung der Berge in Südtirol hat einen großen Schatz geliefert und diesen Schatz gilt es zu erhalten, egal wie. Die Bauern müssen arbeiten können, dabei müssen sie unterstützt werden. Es macht keinen Unterschied, ob auf dem Kronplatz eine Piste reingeschlagen wird oder ob der Bauer sein Holz schlägt, um es dann, wie in den letzten 100 Jahren, zu verkaufen. Es ist immer eine Nutzung der Kulturfläche. Hier von Zerstörung von Wildnis zu sprechen ist einfach falsch.

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Magdalena Messner mit ihrem Vater. "Juval war die schönste Zeit in unserer Kindheit", erinnert sie sich. Kunstgeschichte und Wirtschaft hat Magdalena studiert, heute ist sie als Autorin und Museumskoordinatorin der Messner-Mountain-Museen tätig.

Juval ist magisch, erkundet hab ich das Schloss vor einigen Jahren mit meinen Kindern. Die Masken, die Fresken, die alten Mauern - rundherum Natur pur - ein perfekter Mix. Den Mann, der hinter all dem steckt, wollte ich schon immer einmal treffen. Seine Tochter Magdalena habe ich gerade kennengelernt, ihr Büro hat sie fürs Fotoshooting kurz verlassen. Jetzt sitze ich mit Reinhold Messner am Tisch. Was mich interessiert: Kam Juval zu ihm, oder er zu Juval. Ich möchte wissen, wie die beiden sich getroffen haben.

Wie sind Sie auf Juval gekommen, Herr Messner?
1978 hab ich angefangen zu suchen. Ich wollte eigentlich in Villnöss einen Bauernhof kaufen, aber das ist mir nicht gelungen. Ich habe dann viele Objekte angeschaut, Namen möchte ich hier keine nennen. Ein Schloss im Vinschgau, das finanziell außerhalb meiner Reichweite lag, hatte ich innerlich gerade abgehakt, war auf der Rückfahrt, da hab ich Juval gesehen. Vom Auto aus. Einen Vinschger hatte ich mit auf der Fahrt, und ich frag ihn noch: „Was ist das?". Da winkt er ab und sagt: „Nix Gescheites.“

Das hat sie bewogen raufzufahren?
Wahrscheinlich. Wir sind dann doch rauf, obwohl die Straße nach Juval nur halb befahrbar war. Zu Fuß sind wir dann weiter. Über ein Loch in der Mauer bin ich ins Schloss gelangt, die Fenster waren alle mit Brettern zugenagelt. Der Boden war überwuchert mit Gestrüpp. Ich schaute hinaus und sah im Innenhof Himalaya Zedern. Da war es für mich klar.

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Die Besucherzahlen geben Messner recht, was niemand für möglich gehalten hätte. Das Museumskonzept ist aufgegangen."Das Mosaik meiner einzelnen Museen ist stärker geworden, als ich es im Kopf hatte." MMM Juval im Vinschgau, umsichtig renoviert.

Die Geschichte berührt mich; ein Schloss, das wachgeküsst wird. Reinhold Messner bekommt den Zuschlag für Juval. Ein alter Herr ist der Verkäufer, später bietet er dem Bergsteiger auch die Höfe auf Juval an. In Südtiroler Hand sollte Juval bleiben, so der ausdrückliche Wunsch des ehemaligen Besitzers. Messner ist damals noch keine vierzig Jahre alt. Seine Expeditionen nehmen ab, sein Sicherheitsdenken nimmt zu. Juval sollte auch so etwas wie seine Altersvorsorge werden. Er ist schlau und findig, er ist hartnäckig. Das gefällt mir sehr.

Messners Museen

Sechs Millionen Menschen kommen jährlich nach Südtirol. Alles bergaffine Menschen, erklärt Reinhold Messner. Seine Museen funktionieren alle nach einem Prinzip: das Thema draußen, erklärt die Welt im Museum. „Ich klaue die Landschaft“, schmunzelt Messner.
Im „MMM Corones“, auf dem Skiberg Kronplatz, ist es die besiedelte Berglandschaft, die ringsum sichtbar wird. Auf „MMM Juval“ sind es die Heiligen Berge, auf Sigmundskron im „MMM Firmian“ ist es die „Entstehung, Besteigung und Verwitterung der Berge.“ Die zentrale Frage in allen sechs Museen: „Was bedeutet der Berg für den Mensch?“ Interdisziplinär sind Messners Häuser ausgerichtet und transportieren immer auch eine besondere Architektur. Zeigen, wie Ruinen umsichtig und bewusst saniert werden können.

Aus Juval wurde dann 1995 ihr erstes Museum?
Zuerst war das „Flohhäuschen“ da. Ein Mini-Museum in Sulden am Ortler mit kuriosen Sammlungen. Juval kam danach und ich muss es einfach immer wieder sagen: es gibt in Südtirol keinen schöneren Fleck als Juval. Juval ist perfekt. Und weil die Sanierung des Schlosses dort so gut gelungen ist, hat mir die Politik zugetraut, auch aus Sigmundskron etwas zu machen. Etwas, was bisher niemand geschafft hat. Juval hatte mir auch den Mut gegeben, das Thema Berg weiter aufzuarbeiten. Im Schloss Juval hatte ich ja in der Zwischenzeit ein Sammelsurium zusammengetragen und ich hab gemerkt: ich kann Juval stemmen, auch finanziell. Und ich kann ein Schloss sanieren, zusammen natürlich mit fähigen Architekten und dem Denkmalamt. Dazu sagen muss ich auch: es war auch immer ein Risiko.

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Sammeln ist dem Bauern zu eigen. „Ich bin ein leidenschaftlicher Sammler“, sagt Reinhold Messner. Erfahrungen, Kunst und Wissen hat er gesammelt, derzeit sind es „Geschichten, die man auf der Leinwand erzählen kann.“ MMM Juval Shiva-Statue im Innenhof.

Widerstände haben Sie nie abgeschreckt? Es gab doch einige im Laufe der letzten 25 Jahre, als sie die Museen aufgebaut haben.
Ich habe nichts gegen Widerstände. Die Berge sind Widerstände. Für den Hannibal waren die Alpen ein Widerstand. Ich muss auch sagen: Nur den Widerständen verdanke ich die Großartigkeit der ganzen Museen. Ich zitiere Goethe: „Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Großartiges bauen.“ Als ich Juval gekauft habe, kamen zehn Touristen im Jahr zufällig vorbei. Heute sind es 50.000 jährlich.

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Reinhold Messners Mutter schrieb einst in einem Psychogramm, das sie über jedes ihrer neun Kinder anlegte: „Mutig, verletzlich. Wollte als Bub Bauer werden.“

Er hat viel geschafft. Nein, das trifft es nicht. Er hat Unglaubliches geschafft. Das was er anpackt, gelingt, auch auf Juval. Der Bauernladen, in dem 80 Vinschger Bauern zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen sind, funktioniert. Die Höfe Ober- und Unterortl funktionieren, sein Wohnschloss ist perfekt saniert, Schloss Sigmundskron und Schloss Bruneck ebenso. Er ist ein Grenzgänger, ein Alleingänger, ein Vorausgeher. Er ist Bewahrer und Veränderer gleichzeitig. Er liebt es Geschichten zu erzählen, Bücher schreibt er „nur noch einmal im Jahr“. Seinen frenetischen Rhythmus hat er etwas heruntergeschraubt. Er will Menschen Eigenverantwortung übergeben, ihnen zeigen, dass sie es können. Er ist immer anders, und doch gleich. Er passt sich an und geht doch immer seinen selbstbestimmten Weg. Das müssen Bergsteiger können, das müssen Bergbauern können. Ein Leben lang. Hat ein Mensch wie er noch Wünsche? Und ich frage ihn:

Was wünschen Sie sich, Herr Messner?
Seine Stimme wird weich und sein gesellschaftliches Anliegen, Kultur weiterzugeben, verschmilzt mit einem persönlichen. „Von ganzem Herzen wünsche ich mir, dass es meiner Tochter Magdalena gelingt, die Museen zu stemmen. Und ich weiß, wie schwierig es ist, Museen am Leben zu halten."

Text: Ursula Lüfter
Fotos: Alex Filz
Video: Alexander Schiebel

Der geschlossene Hof – eine Südtiroler Eigenheit

Kaiserin Maria Theresia schafft 1770 für Tirol die Form des geschlossenen Hofs. „Eine geniale Lösung“, findet Reinhold Messner. „Das gehört zu unserer österreich-ungarischen Kultur.“ Ein Bauernhof sollte, so Maria Theresia, so groß sein, das er eine Familie ernähren kann. Verkleinert oder zerstückelt werden darf er nicht. Die Übergabe ist bei einem geschlossenen Hof grundsätzlich nur an einen Erben möglich.
Nach dem Ersten Weltkrieg, als Tirol geteilt wird, Südtirol an Italien fällt, wird das Tiroler Höfegesetz 1929 außer Kraft gesetzt. Die befürchtete Teilung der Höfe bleibt jedoch aus, das über Generationen überlieferte Rechtsempfinden ist stärker. 1954 dann, als das erste Südtiroler Autonomiestatut schon erlassen war, wird das erste Südtiroler Höfegesetz verabschiedet. Es stützt sich auf die Grundsätze des „Tirolischen Höfe- und Anerbenrechtes“ - eine zivilrechtliche Eigenheit Südtirols in der italienischen Rechtsordnung.