Der Bozner Schriftsteller Clambagio (Alias Claudio Bianchetti) bringt nach dem Erfolg von Ironta. Pazzo per Victor (12 gewonnene Literaturpreise und Rezensionen von Dacia Maraini, Luca Liguori und Franco Manzoni) seinen siebten Roman Dillortan. A volte la violenza paga? (Zahlt sich Gewalt manchmal aus?) heraus.
Gewidmet „allen unterdrückten Völkern: der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, greift der Roman ein hochaktuelles Thema auf: das von ethnischen und sprachlichen Minderheiten, die Prozessen der Zwangsnationalisierung und der Auslöschung ihrer Identität ausgesetzt sind.
Die Handlung spielt in Südtirol / Alto Adige in den 1960er Jahren. Die Bezüge zu den Spannungen zwischen der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit und dem italienischen Staat sind eindeutig. Doch der Autor nutzt fantasievolle Anagramme und imaginäre Neuformulierungen der historischen Ereignisse, ganz nach den Regeln jenes narrativen Labors, das die Uchronie (Alternativweltgeschichte) ausmacht. Dillortan ist das Anagramm von Land Tirol. Italien wird zu Esperia. Die Erzählung ist „eine Sabotage der Erinnerung, ein moralisches Experiment“.
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