Federkielstickerei

Wie aus Leder ein Kunstwerk wird

Seit dem 19. Jahrhundert ist die Federkielstickerei im süddeutschen, im Tiroler und Salzburger Alpenraum verbreitet. Trachtenzubehör und andere Ledergegenstände wie etwa ein Pferdegeschirr werden dadurch aufgewertet und zu einem prunkvollem Statussymbol.

War diese aufwändige Handarbeit früher meist nur ein Nebenerwerb für Bauern und Sattler, so ist es heute ein anerkannter Beruf mit fünfjähriger Lehrzeit, der in Südtirol noch von einem halben Dutzend Handwerkern gepflegt wird. Zentrum der Federkielstickerei ist das Sarntal nördlich von Bozen. Die weißen Federkiele stammen von den Schwanzfedern des männlichen Pfaus. Diese werden gespalten und teilweiße eingefärbt. Mit diesen schmalen, glänzenden Streifen wird dann nach einer Vorlage auf, meist schwarzem, Leder gestickt. Beliebte Motive neben der traditionellen Ornamentik sind Monogramme, Wappen und Namenszüge. Beliebt sind heute neben den traditionellen Trachtenteilen, auch bestickte Brieftaschen, Schlüsselanhänger und Handtaschen, die oft mit individuellem Namenszug versehen werden.