Advent- und Weihnachtsbräuche

Der Advent in Südtirol ist geprägt vom "Klöckeln", Räuchern und Sternsingen.

Am 1. Adventsonntag wird in den Häusern und Kirchen ein Adventkranz aufgestellt. Dieser wird aus Tannenzweigen gewunden und mit vier Kerzen und Schleifen verziert. Jeden Sonntag wird dann im Rahmen einer kleinen Andacht eine weitere der Kerzen entzündet.

In manchen Tälern wird noch das Klöckeln gepflegt. Im Sarntal ist dieser Brauch bereits seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar und hat sich in einer besonders urtümlichen Form bis auf den heutigen Tag erhalten. Der Name "Klöckeln" kommt vom Dialektwort für "klopfen". Die drei Klöckelnächte sind die Donnerstagabende im Advent, noch vor der Wintersonnenwende. Mit Lärm und Getöse ziehen Gruppen vermummter Männer von Haus zu Haus und bitten um Gaben. Sie singen dabei zwei Lieder, das Klöckellied und das Danklied, beide nach einer alten überlieferten Melodie. Eine besondere Rolle spielen beim Klöckeln zwei als Ehepaar verkleidete Männer, die "Zussler".Die Wurzeln dieses Brauches sind ungewiss und liegen wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit.

Am Nikolaustag, dem 6. Dezember findet in vielen Ortschaften ein Umzug statt. Im Bischofsornat des heiligen Nikolaus verteilt jemand Süßigkeiten an die Kinder. Begleitet wird der Zug von weißgekleideten Engeln und den "Krampussen". Diese Teufelsgestalten verbreiten mit ihren Masken und Ruten einigen Schrecken unter den Kindern. Besonders traditionell ist dieser Umzug in Stilfs im Vinschgau. Beim "Klosn" wird der Nikolaus von allerhand bunten Gestalten mit Schellen und Ketten begleitet. Einige Tage vor Weihnachten wird in den Häusern die Weihnachtskrippe aufgestellt. Holz- oder Tonfiguren, manchmal auch selbst gebastelte Figuren stellen die Situation der biblischen Weihnachtsgeschichte dar. Die heilige Familie im Stall, die Hirten und Engel umgeben die Szene. Ab 6. Jänner gesellen sich die Heiligen Drei Könige dazu. Tipp: Das Diözesanmuseum in der Brixner Hofburg besitzt eine der größten Krippensammlungen weltweit.

Am Heiligabend, am Silvesterabend und am Dreikönigstag wird in den Südtiroler Häusern geräuchert. In diesen drei Rauchnächten zieht die Familie mit einer Pfanne voll Glut, in die Weihrauch gestreut wird, betend durch Haus und Hof um den Segen zu erbitten. In den ersten Tagen des neuen Jahres ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus. Kinder oder Erwachsene verkleiden sich als die Heiligen Drei Könige, welche, der Weihnachtsgeschichte nach, aus dem Morgenland kamen um das Christkind zu beschenken. Sie singen besondere Lieder und sammeln Spenden. Mit geweihter Kreide werden die jeweiligen Jahreszahlen und die Initialen C+M+B (Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus) auf die Haustür geschrieben.