Giorgio Moroder - Musiklegende aus Südtirol goes Hollywood

Die wohl passendsten Attribute für den Südtiroler Giorgio Moroder, Musiker von Weltformat: erfolgreich und bodenständig – sowohl früher als Songwriter, als auch heute als DJ.

Pop-Avantgardist

Chartstürmer, Vorreiter des Elektrosounds und Erfolgsgarant für Filmhits - so lässt sich der Südtiroler Überflieger, Giorgio Moroder, vielleicht am besten skizzieren. Obwohl die Sterne für die Erfüllung des amerikanischen Traums für den Pensionsbesitzersohn aus dem abgeschiedenen Grödnertal nicht allzu gut zu standen, hat der Musiker mehrfach neue Maßstäbe in der Popmusik gesetzt: vier Golden Globe Awards, drei Filmmusik-Oscars, vier Grammys, 30 Millionen verkaufter Platten, unzählige weltweite Charthits, Titelmusiken für drei Olympische Spiele, einen Fußball-WM sowie Songs für Superstars wie Elton John, Barbara Streisand und Beyonce.

Filmmusik-Komponist

Der Neffe von Luis Trenker war einer der ersten Pop-Songwriter, dem man den Erfolg einer großen Hollywood-Produktion zuschrieb. Filmproduzenten wussten, Moroders Musikkompositionen würden im nu die Charts stürmen - der Erfolg des Films war damit gesichert. So war das für den britischen Popsänger Limahl geschriebene „NeverEnding Story“ aus der unendlichen Geschichte auf der ganzen Welt auf Platz eins, ebenso wie „Take My Beath Away“ aus „Top Gun“. Das Phänomen Moroder startete bereits Ende der 60er Jahre. Nach harten Lehrjahren als Mietmusiker und Songschreiber für deutsche Schlagerstars wie Michael Holm und Mary Roos, entwirft Moroder einen Musikstil, der Hip-Hop um gut ein Jahrzehnt vorwegnimmt. Sein Credo: Je einfacher die Melodie, umso besser lässt sich dazu tanzen und infolge auch besser im Gehör verankern. An diesem Prinzip hat sich bis heute in vielen Musikgenres nichts geändert - seine Rhythmen lassen sich damals (70er) wie heute, auf 75 Prozent aller elektronischen Tanz-Songs übertragen.

Die Wiedergeburt des Diskokönigs

Graues Haar, einen grauen Schnurrbart und kleine Falten im Gesicht – Giorgio Moroder hat mit dem Altern kein Problem, der Kopf macht’s aus. Bis 2013 trieb er sich gerne auf Golfplätzen herum, ihm fehlte es an nichts; aber eben nur bis 2013, als er den beiden Soundtüftlern von Draft Punk seine Lebensgeschichte erzählte. „Giorgio by Moroder“, ein neunminütiges Stück mit typischen Moroder-Sounds erweckte sein altes Leben wieder – quasi über Nacht. Mit 74 hat er sich neu erfunden, als DJ. 2015 veröffentlichte er das Album "Déjà Vu" mit dem Song „74 is the new 24“. Er fühlt sich junggeblieben. Nur eines hat sich nach 30 Jahren Ruhestand verändert: er hat keinen Druck mehr. Er muss nichts mehr beweisen, kann dies aber. Und tut es. Der “Vater der Electroszene“ rockt nun wieder.