Bäuerliches Leben in Südtirol

Blühende Apfelwiesen, Weinhänge und stattliche Bauernhäuser im Tal, eindrucksvolle Bergbauernhöfe hoch oben in den Bergen inmitten steiler Hänge – dieser direkte Kontrast charakterisiert die Landschaft Südtirols. Am Tisch schmeckt der weitum berühmte Südtiroler Speck, dazu ein Glas Wein, abgestellt auf einem handgemachten Holztisch. Südtiroler Landwirtschaft zeichnet die Landschaft, schafft kulinarische Erlebnisse und bewahrt schützenswertes Brauchtum. 

In Südtirol gibt es 20.000 Bauernhöfe. Davon werden 80 Prozent von Familien bewirtschaftet, viele Höfe sind kleiner als fünf Hektar. Es gibt über 13.000 „geschlossene Höfe“ das heißt, ein Hof wird nur als Ganzes vererbt und soll eine vierköpfige Familie ernähren können.

Vieh, Äpfel & Wein
Etwa die Hälfte der Höfe hält Vieh, vor allem Rinder, aus deren Milch köstliche Produkte hergestellt werden. Die zweite Hälfte hat sich großteils der Apfel- und Weinproduktion verschrieben. Nachdem der Anbau von Gemüse, Getreide, Kräutern und Beeren in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen hatte und sich viele Bauern auf Äpfel spezialisieren, ist die Produktion dieser wertvollen Lebensmittel in den letzten Jahren nun wieder gestiegen. Das zeigt: Regionalität ist vielen Südtirolern sehr wichtig.

Rare Genüsse
Diesen Sinn für Regionalität und den Wert des Bewahrens verkörpern auch der Erhalt und die Wiederentdeckung lokaler Spezialitäten. Alte Rassen wie das Villnösser Brillenschaf und Tiroler Grauvieh werden (wieder) geschätzt. Obstsorten wie Palabirnen und Vinschger Marillen schmecken besonders aromatisch und bereichern die Speisekarten. Im Süden erlebt die Altreier Kaffeebohne ihre Renaissance und wird sowohl als Getränk genossen als auch zu köstlichen Gerichten verarbeitet.

Das Leben von oben
Das Leben der Bergbauern stellt eine große Herausforderung dar: 65 Prozent der Höfe liegen auf über 1.500 Meter Höhe, die Bewirtschaftung in steilen Hanglagen erschwert den Arbeitsprozess erheblich. Die Heimatverbundenheit der Südtiroler und das Gefühl der Bauern, hier und nirgendwo anders hinzugehören, haben zur Folge, dass nur wenige Bauern vom Hof weg gehen. Der Prozentsatz der aufgelassenen Höfe ist daher niedriger als in den meisten Regionen Europas.

Urlaub und Genuss am Bauernhof
​Über die Hälfte der Höfe kann nicht mehr ausschließlich mit ihren landwirtschaftlichen Erträgen geführt werden. Die Bauernfamilie verdient sich mit Urlaub auf dem Bauernhof und Buschenschänken ein Zubrot. Gut für Gäste, denn diese kommen so einfach und direkt in den Genuss bäuerlicher und regionaler Spezialitäten. 1.600 Höfe bieten Urlaub auf dem Bauernhof und Einblicke in die bäuerliche Lebensart an.