Die größte Hochalm Europas und Südtirols Tafelberg, der Schlern, ziehen Wanderer und Hexen magisch an.
Name: Seiser Alm (deutsch), Alpe di Siusi (italienisch), Munt de Suc (ladinisch)
Fläche: 57 km² = 8.000 Fußballfelder
Höhe: 1.680 bis 2.350 m
Gipfel: Schlerngipfel Petz (2563 m), Gr. Rosszahn (2653 m), Roterdspitz (2655 m), Puflatsch (2174 m)
Lage: Die Seiser Alm liegt oberhalb der Ortschaften Kastelruth und Seis. Sie wird begrenzt vom Grödnertal im Norden, Platt- und Langkofel im Westen und dem Schlern im Süden.
SOMMER
Wanderungen: z.B.
-> Auf den Schlern: Bergstation Kompatsch - Saltner Hütte - Schlernhaus - Petz (6 h)
-> Geologensteig: Bad Ratzes - Prossliner Schwaige - Schlernboden - Bad Ratzes (5h)
-> "Schlernhexen-Tour": Kompatsch - Arnikahütte - Hexenbänke - Kompatsch (2,5 h)
Klettersteige:
Maximilian Klettersteig zum Schutzhaus Tierser Alpl
Hütten:Saltner Hütte (1830 m), Zallinger Hütte (2037 m), Schlernhaus (2450 m), Almgasthof Tirler (1741 m), Gostner Schwaige (1930 m) u.v.m.
WINTER
Skigebiet:
Das Skigebiet Seiser Alm verfügt über 60 Pistenkilometer und 22 Aufstiegsanlagen. Es ist Teil des weltgrößten Skikarussells Dolomiti SuperSki. Über die Abfahrten nach Gröden ist auch ein Anschluss an die Sellaronda gegeben.
Skitouren:
Plattkofel, Rosszahnscharte, Langkofelscharte
Weitere Sportarten:
60 km Langlaufloipe
30 km Winterwanderwege
7 Rodelbahnen
1 Snowboard Park
Geschichte:
Schon in der Steinzeit wurde die Seiser Alm von Menschen aufgesucht. In erster Linie lockten die reichen Jagdgründe im Sommer, was Funde von Pfeilspitzen belegen. Wahrscheinlich wurde die Alm schon ab der Bronzezeit als Hochweide genutzt.Bei Bauarbeiten wurde Mauerwerk aus der Römerzeit entdeckt. Ein Münzschatz, vielleicht von Hirten dort deponiert, datiert ins 4 Jh. n. Chr.
Mit einer regelmäßigen Almwirtschaft auf der Seiser Alm wird allerdings erst für das Hochmittelalter gerechnet. In jener Zeit war die Seiser Alm auch beim Adel für Jagdausflüge sehr beliebt.
Die Datierungen auf den Firstbalken der Almhütten gehen nicht weiter als ins 16. Jahrhundert zurück. Es gibt die Vermutung, dass die Alm in der "kleinen Eiszeit" im 15. und 16. Jh. verlassen wurde und der Wald große Flächen zurückeroberte.
In den 30er Jahren des 20. Jh. wurde die Alm durch Seilbahnen erschlossen. Gasthöfe eröffneten und in den "Schwaigen", den traditionellen Almhütten, wurden Wanderer verköstigt. Die Alm erhielt eine Zufahrtsstraße und entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg zum beliebten Wintersportgebiet.Heute ist die Zufahrt zur Alm von 9 bis 16.30 Uhr für private PKWs gesperrt. Die Umlaufbahn ab Seis ist die umweltverträgliche Alternative.
Sagenwelt:
Der Schlern, mit seinen markanten vorgelagerten Felszacken, der Santnerspitze (2414 m) und Eurigerspitze (2397 m) galt seit jeher als mystischer Ort. Man glaubte die Schlernhexen würden dort nächtens ihre Versammlungen abhalten und sich auf den "Hexenbänken", einer markanten Steinformation, niederlassen.