Der Berg ruft in Südtirol
19.07.2010
Verfallene Ruinen, historische Wege, unterhaltsame Schautalfeln und reiche Pflanzen-Vielfalt: Folgende drei Trekkingwege beweisen einmal mehr, dass Südtirols Bergwelt gekonnt die Balance zwischen alpiner und mediterraner Vegetation, Natur und Kultur hält. Sehen Sie selbst!
Der Meraner Höhenweg
Der Meraner Höhenweg gilt als einer der schönsten Rundwanderwege in Südtirol. Er führt am Rand des Naturparks Texelgruppe entlang und umrundet auf einer Länge von rund 100 km die gleichnamige Gebirgsgruppe. Historische Wege, die bereits jahrhundertelang von den Bergbauern benutzt wurden, sind in die Route eingebunden und zu einem einzigartigen Wanderweg verbunden. Für eine Wanderung um den gesamten Meraner Höhenweg benötigt man je nach Kondition und Etappenlängen zwischen 3 und 8 Tagen. Eine Begehung der Tagesetappen in die umgekehrte Richtung ist ebenfalls möglich. Zudem kann jede Einzeletappe als autonome Tageswanderung begangen werden. Einheimische bezeichnen den Weg gerne als Freundschaftsband von Hof zu Hof und von Tal zu Tal. Zum einen weil beim Wandern am Meraner Höhenweg stets die Möglichkeit besteht, zu den umliegenden Orten und Gemeinden ins Tal abzusteigen. Zum anderen findet man entlang des Weges Jausenstationen, Gasthöfe und Schutzhütten, die Essen und Übernachtungsmöglichkeiten, aber auch Schutz vor Regen und Gewitter bieten. Wanderern bietet der Ausflug nicht nur die Möglichkeit die Schönheiten der Natur wie etwa Partschinser Wasserfall oder die Spronser Seen zu bewundern – sondern man trifft auch auf eine Vielzahl von alten Höfen, Burgen, Schlösser und Kirchen. Und wer weiß, vielleicht werden Sie ja fündig und entdecken einen Bruder von Ötzi, der ist übrigens genau dort, 1991 am Fuße des Similaun Gletschers gefunden wurde.
Insider-Tipp: Die Nassreidalm im Pfossental ist nicht nur für die eigene Käseproduktion bekannt. Die Alm bietet für die Wanderung am Meraner Höhenweg auch Übernachtungsmöglichkeiten (Übernachtung mit Frühstück € 18,00 pro Person).
Weinwanderweg Kaltern-Wandern wo der Wein wächst
Der Kalterer Weinweg führt in einer Art Achterschleife über einen bereits bestehenden Rundwanderweg zum Kalterer See, vorbei an Weinbergen und Weinhöfen. Im Boden des Weges sind verschiedene Schwellen angebracht, die dem Wanderer einen Eindruck verleihen, wie viele verschiedene Weinlagen (Riegel) er auf dem Weinweg passiert. Die Bodengesteine Kalk und Porphyr bieten ideale Wachstumsbedingungen für den Kalterer Wein und finden sich auch in den Bergen rings um Kaltern wieder. Das Weindorf Kaltern unterstreicht mit der Initiative „wein.kaltern“ seinen qualitätsorientierten Weinbau.
Weitere Informationen zur Geschichte und Bedeutung des Weines im Raum Südtirol liefert das Südtiroler Weinmuseum in Kaltern.
Oswald von Wolkenstein-Weg
Wenn Sie mit Ihren Kindern eine Reise zurück in die Zeit unternehmen und entdecken wollen, wie Minnesänger, Burgfräulein und Pagen gelebt haben, dann begeben Sie sich einfach auf die Spuren von Oswald von Wolkenstein. Auf den 15 Stationen des Rundweges erwartet den Besucher eine Vielzahl von Informationen über den Minnesänger Oswald von Wolkenstein und über die damalige, von Sagen und Mythen geprägte Zeit. Weiters erfährt der Besucher einiges über die gesellschaftliche Hierarchie, das Leben am Hof, die historischen Figuren und die damaligen „strengen" Tischgepflogenheiten. Aber auch die Farbenwelt der Epoche wird dargestellt: Der kleine Drache Dlawso zum Beispiel, das Maskottchen des Oswald von Wolkenstein Weges, beschützt einen sagenhaften Schatz...und wer will entdeckt auch ein Einhorn entlang des Weges!
Wander-Checkliste
* Sonnenbrille
* Pflaster, Mullbinden, Leukoplast
* Wanderkarte
* 2 Liter Wasser
* Energieriegel
* Handy
* Müllsack
* Taschentücher
* Taschenmesser
* Wanderstöcke
* Taschenlampe


