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Mittendrin oder aus der Vogelperspektive - Südtirol in Videos.

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Südtirol kommt zu Italien

Nach dem 1. Weltkrieg wird der Süden Tirols, heute Südtirol, der Siegermacht Italien zugesprochen. Es beginnt ein Ringen um Selbstbestimmung und Minderheitenrechte.  

Das Siegesdenkmal in Bozen, von der faschistischen Regierung gebaut und 1928 vom italienischen König Viktor Emanuel III eingeweiht

Mit dem Ende des 1. Weltkrieges, wird im November 1918 zwischen Österreich-Ungarn und Italien ein Waffenstillstand unterzeichnet. Daraufhin besetzt das italienische Heer den Süden Tirols um vorübergehend die Verwaltung des Landes zu übernehmen. In Saint Germain wird indessen Italien die Annektierung des Gebietes südlich des Brenners offiziell zugesagt. England, Frankreich und Russland hatten im Londoner Geheimvertrag 1915 mit dieser Zusicherung Italien zum Kriegseintritt auf ihrer Seite bewegen können.

1922, mit der Machtergreifung der Faschisten in Italien unter Benito Mussolini beginnt eine systematische Italienisierung Südtirols. Unter dem Einfluss des extremen Nationalisten Ettore Tolomei wird die deutsche Unterrichtssprache verboten und die Ortsnamen durch großteils frei erfundene italienische Bezeichnungen ersetzt. Der Name Tirol wird verboten. Ab 1925 gibt es geheime Untergrundschulen, die sog. „Katakombenschulen“ in denen Kinder teils von Laien in deutscher Sprache unterrichtet werden. Deutschsprachige Beamte werden entlassen und durch italienische Einwanderer ersetzt, die nach Südtirol versetzt werden. Die Industriezone von Bozen wird massiv ausgebaut, Tausende von Arbeitern werden aus Norditalien rekrutiert und in Bozen angesiedelt. Die Hauptstadt erfährt ein nie dagewesenes Bauprogramm. Junge italienische Architekten erhalten den Auftrag ein neues, italienisches Bozen zu erschaffen. Ein ganzes Stadtviertel mit modernen Prachtstraßen und monumentalen Gebäuden entsteht. Gekrönt wird das Bauprogramm durch das Siegesdenkmal, welches an die Eroberung des Gebietes erinnern soll.

1939 treffen Hitler und Mussolini eine folgenschwere Abmachung. Die Südtiroler werden vor eine grausame Wahl, „Option“ genannt, gestellt. Sie können in das „Deutsche Reich“ auswandern oder in ihrer Heimat bleiben und den langfristigen Verlust ihrer kulturellen Identität hinnehmen. Zunächst entscheidet sich ein großer Teil für die Auswanderung. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges verhindert aber einen Massenexodus. Nur etwa 75.000 verlassen Südtirol tatsächlich. Die Option geht als großes Trauma in die Geschichte der Südtiroler ein. Die Gesellschaft wird gespalten, Familien werden getrennt, die „Dableiber“ als Verräter gebrandmarkt.

Im 2. Weltkrieg wird Südtirol von den Deutschen besetzt und zur „Operationszone Alpenvorland“ ausgebaut. Der Einmarsch der Deutschen weckte bei vielen Südtirolern die Hoffnung auf eine Besserung der Situation. Junge Südtiroler werden von der Wehrmacht eingezogen und dienen im 2. Weltkrieg auf der Seite der Deutschen, über 8.000 fallen.

1945 wird Südtirol von den Alliierten besetzt. Im selben Jahr wird die Südtiroler Volkspartei (SVP) gegründet. Sie setzt sich ein für das Selbstbestimmungsrecht des Landes und ringt in den Folgejahren der römischen Regierung wichtige Zugeständnisse ab. Bis heute stellt die SVP die Mehrheit im Südtiroler Landtag.

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