Die Stiftskirche von Innichen
Die Stiftskirche von Innichen ist der einzige romanische Großbau Südtirols, der die Jahrhunderte überdauert hat.
Der bayrische Herzog Tassilo III. gründete 769 in Innichen ein Benediktinerstift mit dem Ziel, die Slawen im nahen Drautal zu christianisieren. Im 12. Jh. wurde die Anlage neu errichtet, brannte aber um 1200 völlig ab.
1257 wurde ein Neubau des Stiftes mit dazugehöriger Klosterkirche in Angriff genommen, der 1284 abgeschlossen werden konnte. Vom Kloster ist heute nichts mehr erhalten. Die Stiftskirche stellt als erhaltener romanischer Großbau eine Besonderheit dar. Sie ist dem Hl. Candidus und dem Hl. Corbinian geweiht. Das Hauptschiff der Kirche ist, nach lombardischem Vorbild, dreischiffig. In der ebenfalls dreischiffigen Apsis ist eine vertiefte Krypta eingebaut, die als Begräbnisstätte für die Äbte diente. Im 14. Jh. kam der Südturm und eine zweigeschossige Kapelle hinzu. Ursprünglich war eine Doppelturmfassade geplant, vom Nordturm wurden allerdings nur die Fundamente errichtet.
Die Steinreliefs in der Rundung des Südportales stellen Christus als Weltenrichter, umgeben von den Symbolen der Evangelisten dar. Die große, im Altarraum hängende Kreuzigungsgruppe ist ein beeindruckendes Beispiel romanischer Plastik. Sie entstand vermutlich um 1220. Christus wird nicht leidend dargestellt, sondern als triumphierender, gekrönter Herrscher. Das romanische Kuppelfresko zeigt die biblische Schöpfungsgeschichte in Einzelbildern. Dieses großartige Bildprogramm entstand um 1280.
Besichtigungsmöglichkeiten: täglich 8 - 18 Uhr